dance me to the end ist ein Kollektiv von acht professionellen Tänzer:innen zwischen 60 und 70 Jahren, das neue Perspektiven auf Tanz und Alter(n) eröffnet. In Zusammenarbeit mit dem Choreografen Fabrice Mazliah entstand 2025 die Produktion „making a sullen roar (as the wind does)”, die Emotionen als körperliche und stimmliche Zustände erforscht und bereits mehrfach aufgeführt wurde. Das Kollektiv leistet Schweizer
Pionierarbeit für Altersdiversität im Tanz, verbindet langjährige Erfahrung mit experimenteller Forschung und setzt mit Vermittlungsformaten wie dem people projekt starke Impulse für ein generationenübergreifendes, zeitgenössisches Tanzverständnis.

Die Produktion „making a sullen roar (as the wind does)” geht neue Wege, indem sie ein Ensemble von Tänzer:innen über 60 ins Zentrum stellt und damit gängige Vorstellungen von Jugendlichkeit im Tanz aufbricht. Sie nutzt das „körperliche Archiv“ des Alters als kreatives Potenzial und erforscht Emotionen in ihren körperlichen und stimmlichen Ausdrucksformen. Bewegung und vor-sprachliche Laute verschmelzen zu einer vielschichtigen Partitur, die jenseits etablierter Tanzästhetiken operiert. Durch kollektive Autorschaft, biografische Bezüge und die konsequente Integration individueller Bewegungssprachen entsteht ein Werk, das sowohl ästhetisch als auch gesellschaftlich neue Perspektiven auf Tanz, Körper und Alter eröffnet.

Mit diesem Dossier präsentiere ich meine geplante Weiterbildung im postgradualen Masterprogramm Dance Research an der Rambert School of Ballet and Contemporary Dance in London. Der zweijährige, berufsbegleitende Online-Studiengang ermöglicht mir, meine choreografische Forschung auf theoretischer und praktischer Ebene zu vertiefen und meine künstlerische Arbeit in einen breiteren internationalen Kontext zu stellen.
Nach mehreren Jahren professioneller Tätigkeit als Tänzerin, Choreografin und Lehrende verspüre ich nun den Wunsch, meine Praxis gezielt zu reflektieren und zu strukturieren. Dabei möchte ich die Verbindung zwischen künstlerischer Erfahrung und theoretischer Reflexion stärken, um mehr Klarheit über meine Arbeitsweise, meine inhaltlichen Interessen und meine langfristige Ausrichtung zu gewinnen. Der Master bietet mir hierfür den idealen Rahmen: Er verbindet individuelle Forschung mit praxisnaher Entwicklung und fördert die Fähigkeit, künstlerische Prozesse
methodisch zu verankern.
Mein bisheriger Ausbildungsweg war von Beginn an stark praxisorientiert, wodurch ich über umfangreiche professionelle Erfahrung verfüge, jedoch keinen formalen Bachelorabschluss. Diese Tatsache erschwert es mir in der Schweiz, ein weiterführendes Masterstudium im Bereich Tanz zu absolvieren. Gleichzeitig gibt es nur wenige Programme, die eine berufsbegleitende Weiterbildung und künstlerische Tätigkeit sinnvoll miteinander verbinden – ein Aspekt, der mir besonders wichtig ist.
Die Rambert School of Ballet and Contemporary Dance in London bietet mir mit ihrem flexiblen und forschungsorientierten Aufbau genau diese Möglichkeit. Besonders schätze ich die individuelle Betreuung, das offene Verständnis von Forschung sowie den Zugang zu einer vielseitigen Infrastruktur aus Mentoring, Austausch und künstlerischen Ressourcen, die es mir erlaubt, meine Arbeit weiterzuentwickeln und international zu vernetzen.

Nach den ersten erfolgreichen Vorstellungen im Schlachthaus Theater Bern geht das Stück «Bin ich das?» auf Tournee. Die Gastspiele finden am Kleintheater Luzern, dem Phönix Theater in Steckborn und dem Schauwerk in Schaffhausen statt. Mit Humor und Musikalität hinterfragt «Bin ich das? Ein Solo für Viele» gesellschaftliche Identitätszuschreibungen und lädt das Publikum ein, genau hinzuhören und sich selbst im Anderen zu entdecken.
Sarah Hugentobler hat Interviews mit ganz unterschiedlichen Personen geführt und diese verschiedenen Lebensgeschichten zu einem schillernden Ganzen zusammengeschnitten. Sie leiht ihren Körper durch ihre sehr präzise Lip Sync Technik den Stimmen und Erzählungen dieser Menschen. Dabei trägt sie einen Tonträger an der Brust, so dass die Stimmen direkt aus ihrem Körper klingen. Die Stimme ist das einzige Kostüm– losgelöst von Geschlecht, Alter oder Aussehen. Beim Zusehen und Zuhören entsteht ein Empathieraum, in dem die Grenzen zwischen Du und Ich verschwinden.

CONTEXTURE-JAM ist ein spartenübergreifendes künstlerisches Konzept an der Schnittstelle von Choreografie, visueller Kunst, Szenografie und partizipativer Praxis. Moni Wespi möchte in ihrer Recherche mit einer Methode spielen, in der sie die Szenografie auf der Bühne während der Performance „live-choreografiert“. Dabei interessiert sie besonders die Manipulation einer Bewegung und deren Bedeutungswandel, der durch Veränderungen der szenografischen Gegebenheit (Kostüme/Dekor) oder der Begegnung mit Raum, Publikum oder anderem Performer/In entstehen kann. Wie in einem Kaleidoskop erzeugt die Performance stetig neue Bilder, in denen dieselbe Bewegung durch szenografische Veränderung neue Lesbarkeit und Ausdruck erhält.

In Zusammenarbeit mit dem Autor Andri Beyeler planen wir ein Theaterstück für Kinder ab 8 Jahren mit dem Arbeitstitel «Wer steckt alles in mir drin?» mit Premiere im März 2027 im Theater Stadelhofen. Eine wichtige Besonderheit dieser Textentwicklung ist, dass Andri Beyeler nicht nur am Schreibtisch entwickelt, sondern, dass wir in einer zweiwöchigen Recherchephase durch Improvisationen erkunden, welcher Plot, welche
Figurenkonstellationen, welcher rote Faden für unseren Stoff besonders interessant und ergiebig ist. Wie bei der letzten Produktion soll diese eine Mischung aus Mensch- und Materialtheater sein. So sollen die beiden Hauptfiguren einer Reihe von Nebenfiguren begegnen. Die Idee ist, dass wir diese aus dem Material Tyvek entstehen lassen. Von Beginn weg denken wir dabei Teilhabe mit: Im Februar 26 werden wir uns eine Woche im
Bereich Inklusion im Kinder- und Jugendtheater weiterbilden, mit dem Ziel, diese Erkenntnisse in unsere Recherche weiterzutragen.

Mitwirkende:
Dominique Enz, Regie
Anja Schärer, Spielende
Florian Steiner, Spielender
Ramun Bernetta, Produktionsleitung
Petra Fischer, Dramaturgie und Vermittlung
Andri Beyeler, Autor
Marius Kob, Figurenspiel/Coach

Wir laden in unserer Workshop-Performance „hundertachtzig“ zur lustvollen Auseinandersetzung mit Wut und deren spielerischen Umgang ein und möchten bei den Teilnehmenden eine Reflexion über ihre eigenen Wut-Praktiken anregen. Wir sehen gerade in der Verbindung von Theaterraum und Workshop das Potenzial, gesellschaftliche Verhältnisse zu kritisieren, zu verändern und Neues auszuprobieren. Wir stützen uns zudem auf die feministische Theorie, in der Wut ein Katalysator für Veränderung und eine Kraft für kollektive Selbstermächtigung ist. Die Premiere, wie auch zwei
weitere Aufführungen haben im Rahmen der Treibstoff Theatertage 2025 stattgefunden.

Termine:
6. März 2026: Genf
10.-13. September 2026: Chur
17.-18. September 2026: Zürich
3. Dezember 2026: Prague

Mitwirkende:

Arina Frölich, Performance /Konzept /Produktion
Martha Mutapay, Performance /Konzept /Choreografie /Produktion
Julia Hebeisen, Performance /Konzept /Dokumentation/ Produktion
Kymbali Williams, Performance /Stimme /Konzept /Produktion
Chiara Leonhardt, Technische Leitung

2026 bringt Café Fuerte wieder zwei neue Stücke heraus und geht mit „Die rote Zora auf Tournee. Es geht darum zeitgenössisches Theater zu aktuellen, relevanten Themen an besonderen Orten zu spielen. Wir werden unsere Arbeit weiter professionalisieren, vertiefen und entwickeln. Und wir werden überregional sichtbarer.
Am 22. und 23. April 2026 spielen wir noch einmal zwei Schulvorstellungen von «Die rote Zora» an der Primarschule Trogen und der Kantonsschule Trogen und weitere Vorstellungen in Österreich. Im Juni und Juli bringen wir den zweiten Teil unserer «Blasenheim Trilogie» heraus, die sich mit Regionalpolitik, Klimawandel und toxischer Männlichkeit beschäftigt.
Die zweite Produktion 2026 wird «Zoo» heissen, eine Uraufführung von Tobias Fend.Darin verweben sich mehrere Geschichten an einem Sonntag im Zoo zu einem grossen kafkaesken Durcheinander. Es geht um Familien, Kinder, Eltern und was zivilisiertes Verhalten wirklich ist.

Café fuerte bespielt besondere Orte und deutet sie zu Theaterorten um. Der Ort selbst wird inszeniert.
Café fuerte erreicht Menschen, die sonst nicht ins Theater gehen. Menschen, die Kulturorte meiden.
Café fuerte arbeitet grenzübergreifend zwischen der Schweiz und Österreich.
Café fuerte spielt Stücke über 20 mal, manchmal 40 mal und behält sie mehrere Jahre am Spielplan. Das erhöht die Nachhaltigkeit.
Café fuerte entwickelt ein eigens rhythmisches – Bewegungstheater. Wir sind sind aber immer beweglich und suchen neue Formen.

Während unserer Residency in der Fundaziun Nairs in Scuol untersuchen wir Freundinnenschaften und deren Praktiken.
Uns interessiert, wie sie verhandelt und verkörpert werden und welche Qualitäten von Beziehungsarbeit, Auseinandersetzung und Transformation sie ermöglichen – individuell und strukturell.
Unsere Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Bewegungs- und Stimmimprovisation, textilen Verfahren und alltäglichen Ritualen, um Freundinnenschaft sowohl körperlich als auch konzeptuell zu erforschen. Kymbali Williams’ Fokus auf Trauer erweitert die Untersuchung. Trauer wird dabei als Prozess verstanden, der Intimität intensiviert, Veränderung begleitet und neue Formen des Zuhörens und der Verbundenheit eröffnet.
Ziel unserer Arbeit ist es, die Praktiken und das transformative Potenzial von Freundinnenschaften sichtbar, erfahrbar und teilbar zu machen.

Mitwirkende:

Arina Fröhlich, Recherche /Performance
Martha Mutapay, Recherche /Performance
Kymbali Williams, Recherche /Performance

Im Sommer 2026 verwandelt sich der Botanische Garten St. Gallen in eine begehbare Theaterinstallation.

IncGruppen entdecken die Besucher:innen performative Stationen mit Text, Klang, Video und Figuren, die dencGarten selbst zur Erzählerin machen. Das Projekt verbindet Audiowalk, Performance und Installation und entsteht in einem interdisziplinären Team. Es eröffnet neue Zugänge zu Natur, Geschichte und Wahrnehmung, stärkt die lokale Verankerung und macht kulturelle Teilhabe im öffentlichen Raum erlebbar.

Mitwirkende:

Helen Prates de Matos, Künstlerische Leitung, Szenografie und Kostüm
Sebastian Ryser, Künstlerische Leitung, Regie
Laura Vogt, Autorin
Anna Trauffer, Musik/Sound
Sabine Buchard, Video
Elenita Queiroz, Performance
Suramira Vos, Performance
Andi Peter, Sound
Jacques Erlanger, Produktionsleitung
Mira Paudler-Boss, Produktionsleitung

Premiere: 22. August 2026, Botanischer Garten St.Gallen

In der kommenden Saison wird NOTUS am Festival Tanz in Olten am 14.November 2025 sowie am Theater am Gleis Winterthur am 21. Februar 2026 gezeigt. Es laufen derzeit Gespräche über weitere mögliche Aufführungen, unter anderem bei den Printemps de Sévelin in Lausanne im März 2026, beim Festival Groove ’n‘ Move in Genf im Februar 2026, sowie an weiteren Orten und Festivals innerhalb und außerhalb der Schweiz, sowohl für die kommende Saison als auch für 2026/27.

Um die Durchführung dieser Termine zu gewährleisten, muss das choreografische Material an einen weiteren Künstler*in vermittelt werden, sodass alle Vorstellungen mit zwei Darstellenden abgesichert sind. Die erste Aufführung mit einem veränderten Cast wird am 14. November 2025 im Rahmen des Festivals Tanz in Olten stattfinden.Zu diesem Zweck plant die Kompanie sieben Probentage für die Wiederaufnahme in St. Gallen, im Residenzort Pool-Raum für Kultur.

Die Auswahl der Künstler*in, die das Stück erlernen wird, befindet sich aktuell in der Abschlussphase, mit dem ausdrücklichen Wunsch, eine Person aus der Region zu engagieren.