«Fuck it, I’m a flower!» feiert Selbstfürsorge als rebellischen feministischen Akt: mutig, widerständig, zart. Das neue Tanzstück der Choreografin Audrey Wagner ist ein kraftvolles Plädoyer für mehr «Fuck it» im Leben. Wie eine Blume, die sich durch harte Erde kämpft, trotzen die Tänzer*innen auslaugenden Strukturen. Die Choreografie zeigt Innehalten als Kräftesammeln wie auch als Aufbruch gegen Widerstände. Selbstfürsorge wird zu Boden, Licht und Wasser und schafft die Bedingungen, unter denen die Tänzer*innen nicht nur standhalten, sondern in ihrer eigenen, unverwechselbaren Art aufblühen.
Das Tanzstück feiert Première am 26.11.2026 beim Tanzfestival Winterthur und geht danach auf Tournee nach Frauenfeld, St. Gallen und
Luzern. Die Proben finden von September bis November 2026 in Winterthur und Wigoltingen (TG) statt.
Mitwirkende
Audrey Wagner: Choreografie & Produktionsleitung (Seuzach)
Alina Aegerter: Tänzerin (Felben-Wellhausen)
Sophie Larson: Tänzerin (Zürich)
Sheang-Li Pung: Tänzer (Biel)
Ginger Hobbs: Tänzerin (Sydney)
Gabrielè Andziulytè: Tänzerin (Zürich)
Gabriel Mareque: Musikkomposition (Zürich)
Adriana Carlota Berwert: Lichtdesign (Zürich)
Franka Rosalie Feder: Creative Collaborator – Care Person
Susurrus – audiovisuelle Kunst am Wasserfall zeigt ortsspezifische Werke in der Mühlenenschlucht in St. Gallen. Künstler:innen aus den Bereichen Sound, Video und
Performance entwickeln in einem kollaborativen Prozess Werke, die in enger Beziehung zur Natur und zum Ort entstehen. Susurrus versteht die Natur nicht als Kulisse, sondern als Mitgestalterin und thematisiert ein respektvolles, nachhaltiges Zusammenspiel von Mensch und Mitwelt.
Die Ausgabe 2026 legt den Fokus auf nicht-menschliche Perspektiven und Beziehungen zu Gewässern, Pflanzen, Tieren und Landschaften. Ergänzt werden die abendlichen audiovisuellen Performances durch ein erweitertes Rahmenprogramm mit Waldbegegnungen, performativen Ritualen, Diskussionsformaten und partizipativen Angeboten, die Achtsamkeit, Körperwahrnehmung und alternative Wissenssysteme einbeziehen. Susurrus richtet sich an ein breites Publikum und schafft niederschwellige Zugänge zu zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum.
Susurrus geht neue Wege durch die bewusste Verlagerung zeitgenössischer Kunst in einen sensiblen Naturraum ausserhalb institutioneller Kontexte. Die Mülenenschlucht wird nicht als Kulisse, sondern als aktive Mitgestalterin verstanden: Naturkräfte wie Wasser, Wetter und Akustik prägen die audiovisuellen
Performances unmittelbar und machen jede Präsentation einzigartig.
Die Produktion ist spartenübergreifend angelegt und verbindet Sound-, Video- und Performancekunst mit Achtsamkeitspraktiken, Körperarbeit und diskursiven Formaten. Durch partizipative und niederschwellige Vermittlungsformate werden unterschiedliche Zielgruppen aktiv eingebunden. Ein kollaborativer, prozessorientierter Arbeitsansatz sowie eine ressourcenschonende, nachhaltige Produktionsweise fördern neue Formen der Zusammenarbeit und langfristige Netzwerke.
Im Jahr 2026 realisiert Neil Höhener mit „The In Between“ sein abendfüllendes Tanzstück für vier Tänzer*innen. Die Kreation reflektiert Körperbilder, die durch Popkultur, Sexualisierung und Selbstoptimierung geprägt sind. Durch das Aufbrechen von Formen und Identitäten entsteht ein choreografischer Raum, in dem Solidarität als transformative Kraft erfahrbar wird.
Nun wird das Stück in der Saisons 2027/28 auf Tournee gebracht und einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Eine professionelle Diffusionsstrategie ermöglicht die nationale und internationale Verbreitung der Arbeit, den Aufbau nachhaltiger Netzwerke zu Spielstätten und Festivals sowie die strukturelle Verstetigung der Kompanie. Es sind bereits Gastspiele in der Lokremise St.Gallen, Tojo Theater Bern und am Festival Internacional de Danza Contemporánea Mexico City im Jahr 2027 bestätigt. Damit trägt das Projekt zur langfristigen Sichtbarkeit einer eigenständigen choreografischen Position und zur Stärkung der freien Tanzszene bei.
Das Vorhaben umfasst die Diffusion des Tanzstücks GIANT STEPS der Kompanie remi demi durch Gastspiele, Wiederaufnahmen und Kooperationen mit Theaterhäusern und Festivals. Nach einer erfolgreichen ersten Aufführungsreihe mit ausverkauften Vorstellungen soll das Stück nun in unterschiedlichen Spielkontexten weitergetragen und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden – innerhalb und ausserhalb der Ostschweiz, insbesondere auch in der Romandie.
GIANT STEPS verbindet Streetdance mit zeitgenössischer Bühnenarbeit und setzt sich mit Fragen von Mut, Risiko, Chancen, Privilegien und Zugehörigkeit auseinander. Die starke Bildsprache, die körperliche Energie der Performer:innen sowie die Verbindung von Sportmetapher und Streetstyle schaffen Zugang für ein diverses und junges Publikum. Ergänzend zu den Aufführungen sind Vermittlungs- und Communityformate wie Aftertalks und Afterpartys geplant, um Austausch und Begegnung rund um das Stück zu fördern.
SMASH setzt sich auf clownesk-bizarre Weise mit den Strukturen einer heterosexuellen Liebesbeziehung auseinander, die alles will: Geborgenheit. Freiheit. Kinder. Kick.
Unabhängigkeit. Symbiose. Und nicht zuletzt: Normen und das Patriarchat zerschmettern. Wenns sonst nix ist! Barbie und Ken, eines der heteronormativsten perfektesten Paaren der Welt, leben ihr perfektes Leben. Sie haben zwei Kids, leben eine offene Beziehung, praktizieren selfcare, streiten manchmal ganz laut und können dann darüber lachen. Sie bringen alles ganz wunderbar unter einen Hut und geben ihren Vibe im Workshop «Barbie&Ken» gerne weiter. Aber -SURPRISE! – Der Workshop entwickelt sich anders als erwartet und das Unterbewusstsein klinkt sich unüberhörbar ein: Die offene Beziehung kollidiert mit Traumata und der Sehnsucht nach der blumigen Disney-Romanze. Die Kleinfamilienidylle wird von Überforderung ausgeknockt. Die Gendersozialisierung macht der Gleichberechtigung einen Strich durch die Rechnung.
Mitwirkende
Newa Grawit: Co-Leitung/Spiel (Bern)
Noah Egli: Co-Leitung/Spiel (Bern)
Valerio Rodelli: Musiker (Rom)
Michael Finger: Coaching/Regie (Trogen)
Helene Vileilletoile: Coaching (Paris)
Momo Kunz: Dramaturgie (Zürich)
Residence Homeland ist ein künstlerisches Forschungsprojekt der Choreografin Elenita Queiróz, das Brasilien und die Schweiz durch verkörperte Praktiken, Kollaboration und Austausch miteinander verbindet. Es untersucht, wie Körper Spannungsfelder wie Autonomie vs. Kontrolle, Bruch vs. Kontinuität sowie Individualität vs. Kollektivität in sozialen und kulturellen Kontexten verhandeln. Durch Bewegungs-Labore, Feldforschung sowie die Auseinandersetzung mit Ritualen und traditionellen Festen untersucht das Projekt, wie kollektive Erfahrungen choreografische Sprachen prägen und Vorstellungen von Handlungsmacht über das Individuum hinaus erweitern. Das Projekt fördert den Dialog zwischen unterschiedlichen künstlerischen Ökosystemen und schafft eine gemeinsame Kartografie verkörperten Wissens. Es mündet in dokumentierte Forschung, Formate des Wissenstransfers sowie Materialien für eine zukünftige Bühnenarbeit. Dabei wird der Körper als ein Ort verstanden, an dem Widersprüche nicht aufgelöst, sondern gehalten und in neue Formen von Verbindung und Ausdruck transformiert werden.
Mitwirkende
Elenita Borges de Queiroz: Künstlerische Recherche,Dokumentation, Projektdurchführung (St.Gallen)
Liana Zakia Martins: Lokale Vermittlung, Dokumentationsunterstützung, Mitwirkende bei LAB (São Paulo, Brasilien)
Vão Kollektive Mitwirkende bei LAB São Paulo
Maria Stella Agostinho Basulto: Mitwirkende bei LAB São Paulo (Brasilien)
Estela Lapponi: Mitwirkende bei LAB São Paulo (Brasilien)
Carolina Nobrega: Mitwirkende bei LAB São Paulo (Brasilien)
Mona de Weerdt: Lokale Vermittlung und Dokumentationsunterstützung- Schweiz (Zürich)
Jeremy Nedd: Mitwirkende bei LAB Basel (Schweiz/New York,USA)
Sol Bilbao Lucuix: Mitwirkende bei LAB Basel, CH
Charlotte Mathiessen: Mitwirkende bei LAB Zürich
Mara Natterer: Mitwirkende bei LAB Lichtensteig (St.Gallen)
Mira Paudler-Boss: Projektmanagement und organisatorische Begleitung (St.Gallen)
Elina Kim arbeitet hauptberuflich als Tänzerin in der freien Szene. In mehreren Kompanien übernimmt sie regelmässig die Verantwortung für Kostüme und konnte auch externe Aufträge im Bereich Styling und Kostüm realisieren. Die Weiterbildungen an der Zurich Fashion School möchte sie absolvieren, um ihre Tätigkeit als Kostümbildnerin und Stylistin mit Schwerpunkt Bühnentanz fachlich zu professionalisieren.
In bisherigen Projekten zeigte sich, dass fehlende technische Kenntnisse eine bewegungsorientierte und inklusive Kostümarbeit erschweren, besonders in der Arbeit mit diversen Körpern und Identitäten. Die Weiterbildung soll ermöglichen, künstlerische Konzepte präziser umzusetzen und Kostüme funktional auf Bewegung und verschiedene Körper anzupassen, um eine professionelle, inklusive und nachhaltige Kostümpraxis im Bühnentanz zu fördern.
Die Performance „Blende“ soll häufiger gezeigt und nachhaltiger produziert werden.
Asi Föcker und Raoul Doré arbeiten als Duo. In ihren Performances untersuchen sie ausgewählte Objekte auf ihre audiovisuellen Eigenschaften und bewegen sich dabei an der Schnittstelle zwischen körperlicher Aktion, abstraktem Kino und improvisiertem Konzert. Die Performance „Blende“ setzt sich mit unser multimedialen Umwelt auseinander. Dabei liegt der Fokus auf der allgemeinen Faszination für das leuchtende bewegte Bild als Kommunikationsmittel und dem einhergehenden Verwirrspiel mit der „Realität“.
dance me to the end ist ein Kollektiv von acht professionellen Tänzer:innen zwischen 60 und 70 Jahren, das neue Perspektiven auf Tanz und Alter(n) eröffnet. In Zusammenarbeit mit dem Choreografen Fabrice Mazliah entstand 2025 die Produktion „making a sullen roar (as the wind does)”, die Emotionen als körperliche und stimmliche Zustände erforscht und bereits mehrfach aufgeführt wurde. Das Kollektiv leistet Schweizer
Pionierarbeit für Altersdiversität im Tanz, verbindet langjährige Erfahrung mit experimenteller Forschung und setzt mit Vermittlungsformaten wie dem people projekt starke Impulse für ein generationenübergreifendes, zeitgenössisches Tanzverständnis.
Die Produktion „making a sullen roar (as the wind does)” geht neue Wege, indem sie ein Ensemble von Tänzer:innen über 60 ins Zentrum stellt und damit gängige Vorstellungen von Jugendlichkeit im Tanz aufbricht. Sie nutzt das „körperliche Archiv“ des Alters als kreatives Potenzial und erforscht Emotionen in ihren körperlichen und stimmlichen Ausdrucksformen. Bewegung und vor-sprachliche Laute verschmelzen zu einer vielschichtigen Partitur, die jenseits etablierter Tanzästhetiken operiert. Durch kollektive Autorschaft, biografische Bezüge und die konsequente Integration individueller Bewegungssprachen entsteht ein Werk, das sowohl ästhetisch als auch gesellschaftlich neue Perspektiven auf Tanz, Körper und Alter eröffnet.
Mit diesem Dossier präsentiere ich meine geplante Weiterbildung im postgradualen Masterprogramm Dance Research an der Rambert School of Ballet and Contemporary Dance in London. Der zweijährige, berufsbegleitende Online-Studiengang ermöglicht mir, meine choreografische Forschung auf theoretischer und praktischer Ebene zu vertiefen und meine künstlerische Arbeit in einen breiteren internationalen Kontext zu stellen.
Nach mehreren Jahren professioneller Tätigkeit als Tänzerin, Choreografin und Lehrende verspüre ich nun den Wunsch, meine Praxis gezielt zu reflektieren und zu strukturieren. Dabei möchte ich die Verbindung zwischen künstlerischer Erfahrung und theoretischer Reflexion stärken, um mehr Klarheit über meine Arbeitsweise, meine inhaltlichen Interessen und meine langfristige Ausrichtung zu gewinnen. Der Master bietet mir hierfür den idealen Rahmen: Er verbindet individuelle Forschung mit praxisnaher Entwicklung und fördert die Fähigkeit, künstlerische Prozesse
methodisch zu verankern.
Mein bisheriger Ausbildungsweg war von Beginn an stark praxisorientiert, wodurch ich über umfangreiche professionelle Erfahrung verfüge, jedoch keinen formalen Bachelorabschluss. Diese Tatsache erschwert es mir in der Schweiz, ein weiterführendes Masterstudium im Bereich Tanz zu absolvieren. Gleichzeitig gibt es nur wenige Programme, die eine berufsbegleitende Weiterbildung und künstlerische Tätigkeit sinnvoll miteinander verbinden – ein Aspekt, der mir besonders wichtig ist.
Die Rambert School of Ballet and Contemporary Dance in London bietet mir mit ihrem flexiblen und forschungsorientierten Aufbau genau diese Möglichkeit. Besonders schätze ich die individuelle Betreuung, das offene Verständnis von Forschung sowie den Zugang zu einer vielseitigen Infrastruktur aus Mentoring, Austausch und künstlerischen Ressourcen, die es mir erlaubt, meine Arbeit weiterzuentwickeln und international zu vernetzen.